




Barbara Armbruster, Sumiko Shoji, „Schwellen”, 19.9.25, GEDOK-Galerie.
Einführung von Vivien Sigmund
Es gibt viele seltsam flirrende Begriffe, die in den heutigen Debatten immer wieder auftauchen. Begriffe wie Identität und Heimat, Grenze und Übertritt, die Schwelle und das Anschwellen von vorzugsweise Bedrohlichem. Doch scheinen die Worte in ihrer Verwendung seltsam festgezurrt, je nach politischem Gusto klar eingehegt und sorgsam codiert und sie werden der Bedeutungsvielfalt, die sie schillernd wie eine Aura umgibt, in keiner Weise auch nur annähernd gerecht. Annähernd mag hier indes das Stichwort sein, denn wie will man etwas greifen, das so quecksilbrig wandelbar und facettenhaft komplex ist, wie die Identität? Wie die Heimat? Und selbst wie die Grenze, diese nur scheinbar klar gezogene, etwas unumstößlich abschließende Linie? Man kann sich diesen gedanklichen Gefügen eigentlich also nur annähern, sie umrunden, immer wieder aufs Neue, ihre Komponenten abwägen, sich nicht ein, sondern viele Bilder machen, und diese im Kopf zu einem facettenreichen, sich stetig neu zusammensetzenden Gebilde vorläufig miteinander verkoppeln.
Übersetzt man diesen Prozess in künstlerische Mittel, kommt es dem sehr nahe, was die beiden hier ausstellenden Künstlerinnen Barbara Armbruster und Sumiko Shoji in dieser Ausstellung mit dem Titel „Schwellen“ untersuchen. Sie taten das beide schon, bevor die öffentliche Debatte diese Thematiken so invasiv nach oben spülte. Denn es sind, wenn man den ganzen Furor und populistischen Proporz erst einmal abgeschüttelt hat, ganz leise, feinsinnige und geradezu existenzielle Fragen, auf die es allein ambige Antworten zu geben scheint.


Carrying field holes
2024 Leder und Papier
VIII. Ellwanger Kunstausstellung, Karl Heinz Knoedler Stiftung Kunstverein Ellwangen e.V. 1.Preis






Zensurteppich
Interaktive Kunst 2021 Gaildorf Chillt
Sumiko Shoji/ Yamo Aydemir
